Verhalten beim Befüllen 2

Jeder Tankanlagenbetreiber sollte sich darüber im Klaren sein, dass er unabhängig davon, wer für die Beseitigung eines Ölschadens aufzukommen hat immer das schwächste Glied in der Kette ist. Denn ein möglicher Schaden wird in aller Regel auf seinem Grundstück, ggf. sogar innerhalb seines Gebäudes eintreten. Die damit verbundenen Geruchsbelästigungen, ggf. notwendige Erd- und Bauarbeiten, die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Behörden- und Sachverständigentermine und der Ärger mit Mietern oder Nachbarn wird unabhängig von der Kostenseite in jedem Fall am Anlagenbetreiber hängen bleiben. Deshalb sollte jeder Eigentümer oder Betreiber einer Heizöltankanlage beim Befüllen der Anlage einige wichtige Punkte unbedingt beachten.

1)    Tankanlagen nie alleine vom Fahrer befüllen lassen         

Ölaustritte während des Befüllvorgangs sind insbesondere am Tankfahrzeug selbst, am Befüllstutzen bzw. dem Ausgang der Entlüftungsleitung (meist zusammenliegend) und am Standort der Tankanlage (i. d. R. Kellerraum oder Schuppen) zu besorgen. In Kenntnis dieser Gesamtproblematik ist der Fahrer gehalten während der Befüllung nicht nur an einem dieser drei Standorte zu verweilen sondern Kontrollgänge an allen dreien durchzuführen und so möglichst alle Schwachpunkte ständig zu überwachen. Aus den unterschiedlichsten Gründen wird dem Kraftfahrer hier etwas abverlangt, was er häufig nicht wirklich leisten kann.

2)    Sinnvolle Standorte der Beobachter festlegen         

Deshalb empfehlen wir grundsätzlich, wenn möglich an jedem der drei Schwachpunkte, insbesondere wenn diese weit auseinander liegen, eine Person zu platzieren, die den zugeordneten Punkt während des gesamten Befüllvorgangs überwacht und den Fahrer alarmiert, sobald irgendwelche Unregelmäßigkeiten auftreten. Häufig werden nur der Betreiber und der Kraftfahrer anwesend sein, dann sollte man sich aus Eigennutz, aber auch weil das Tankfahrzeug im Zweifel das technisch am besten überwachte Glied in der Kette ist auf die hauseigenen Gefahrenpunkte konzentrieren. Manchmal ist es auch möglich, dass zwei der drei Gefahrenpunkte von einer Person überwacht werden können.

Über die drei Standartgefahrenpunkte hinaus bestehen Gefahren insbesondere durch überlange Befüll- und Entlüftungsleitungen, welche durch Räume verlaufen, die bei der Befüllung nicht zwangsläufig betreten werden müssen. In diesen Räumlichkeiten sollte nach der Befüllung eine Sichtprüfung durchgeführt werden. Das gleiche gilt für Entlüftungsleitungen, die sich nicht in unmittelbarer Nähe des Befüllstutzens befinden. Wenn sämtliche Gefahrenpunkte überwacht werden und es zum Ölaustritt kommt, führt die sofortige Unterrichtung des Kraftfahrers dazu, dass der Schaden überschaubar bleibt und mit geringem Aufwand beseitigt werden kann. Ein oder zweimal im Jahr einen 15-minütigen Befüllvorgang konzentriert zu begleiten kann allen Beteiligten wochen- und monatelangen Stress ersparen.

3)    Texten Sie niemals den Fahrer zu

Bei einem Lokführer oder Busfahrer hat jeder Verständnis dafür, dass dieser sich während der Fahrt nicht mit den Fahrgästen unterhalten kann, sondern voll und ganz auf seine Tätigkeit konzentrieren muss. Dass die Befüllung einer Tankanlage ebenfalls ein höchst verantwortliche Tätigkeit ist, hat nicht jeder Betreiber verinnerlicht. Gerade im ländlichen Raum wird die Gelegenheit gerne zu einem Schwätzchen genutzt und der Kraftfahrer hierdurch abgelenkt. Im eigenen Interesse sollte man hiervon während der Befüllung Abstand nehmen.

4)    Sichere Kommunikation beim Befüllen

Jede Überwachungskette ist nur so gut wie deren Kommunikationskanäle. Deshalb sollten für die Kommunikation wichtige Fenster und Türen während des gesamten Befüllvorgangs geöffnet sein. Darüber hinaus sollte vor der Befüllung durch Zuruf geprüft werden, ob sich die überwachenden Personen auch tatsächlich hören können. Denken Sie immer daran, dass nur der Kraftfahrer in der Lage ist im Schadenfall für eine sofortige Unterbrechung des Befüllvorgangs zu sorgen. Ohne eindeutige Signale wird er falsch oder zu spät reagieren.

5)    Kontrollen der Tankanlage nach der Befüllung 

Die meisten Anlagenbetreiber gehen davon aus, dass nach einer erfolgreichen Befüllung der Tankanlage keinerlei Gefahren mehr bestehen. Wenn es dann trotzdem zu einer Havarie kommt, ist der Schaden meist beträchtlich, weil dieser oft erst aufgrund erheblicher Geruchsbelästigungen entdeckt wird, das Heizöl dann aber oft viele Stunden oder sogar Tage im Keller stand und dem entsprechend intensiv auf Betonböden, Estriche und aufsteigende Wände einwirken konnte.

Wir empfehlen deshalb grundsätzlich die Tankanlage nach der Befüllung nochmals genau in Augenschein zu nehmen, auch zu prüfen, ob die Füllstände der Füllmenge entsprechen, eine weitere Überprüfung einige Stunden nach der Befüllung durchzuführen und auch in den ersten beiden Tagen nach der Befüllung noch einmal nach dem Rechten zu sehen.

Bitte beachten Sie ferner unsere Anmerkungen zu den folgenden Punkten: 

Vorsorgemaßnahmen

Fehlverhalten nach Schadeneintritt

Hilfreiche Informationen zur Schadenbehebung

Bestehende Wannenausbildung beibehalten