Bodenuntersuchungen

Zeich_Probenahme_RKS_2bWenn Bodenkotaminationen sich über einen längeren Zeitraum im Untergrund ausbreiten konnten, ein eindeutiges Schadenzentrum fehlt und dazu noch ein heterogener Untergrundaufbau zu vermuten ist, macht es meist wenig Sinn aufs Geradewohl mit einem Bodenaushub zu beginnen. Schon um die Aushub- und Entsorgungsmassen zu begrenzen, sollte in diesen Fällen nach einer historischen Erkundung eine Orientierende Bodenuntersuchung durchgeführt werden. Dabei werden  sich manche Untersuchungspunkte als unbelastet, andere als belastet herausstellen. An den belasteten Punkten wird man im nächsten Schritt versuchen, im Zuge von IMG_3944Eingrenzenden Untersuchungen, das Ausmaß der Bodenkontamination bestmöglich zu erkunden, um danach möglichst exakt die Kosten einer Sanierung abschätzen zu können. Bei den Erkundungsmaßnahmen gibt es nun unterschiedliche Aufschlussverfahren, die alle Ihre Vor- und Nachteile haben. Da die Kosten, für den der sie bezahlen muss, immer die Hauptrolle spielen, wird eine Erkundung in der Regel mit einem Kleinbohr- bzw. Sondiergerät durchgeführt. Wie in der obigen Zeichnung und im Foto rechts dargestellt, werden dabei Sonden mit einer Länge von üblicherweise einem Meter und Durchmessern von 36 bis 80 mm meterweise mit einem Schlaghammer in den Untergrund eingetrieben und anschließend Meter für Meter gezogen, anschließend beprobt und ausgewertet. In der Mehrzahl der Erkundungsmaßnahmen wird dieses Verfahren sehr erfolgreich OLYMPUS DIGITAL CAMERAangewendet. Vorteilhaft ist, eine ausreichende Anzahl von Aufschlusspunkten vorausgesetzt, dass man mit kleinsten Aufschlusslöchern einen guten Überblick über die im Boden herrschende Schadstoffverteilung erhält ohne hierfür eine ggf. bestehende Versiegelungsdecke aus Beton, Asphalt, Verbundsteinen oder sonstigen Materialien aufbrechen zu müssen. Nach Abschluss des Untersuchungsprogramms werden die Löcher mit Kaltasphalt oder Beton verschlossen und die Spuren der Sondierbohrungen damit weitgehend beseitigt.  Darüber hinaus kann man auf engstem Raum und bis in die letzte Ecke, selbst innerhalb bestehender Gebäude arbeiten und ist hierdurch ausgesprochen flexibel. Das Verfahren findet dort seine Grenzen, wo stark steinige oder felsigen Untergründe vorherrschen, wenn Tiefen von deutlich mehr als 5 Metern erkundet werden müssen oder wenn im Nachgang in einem Bohrloch eine Grundwassermessstelle errichtet werden soll, weil die OLYMPUS DIGITAL CAMERADurchschlagskraft des Bohrhammers in diesen Fällen meist nicht ausreicht und/ oder das Bohrloch beim Ziehen des Gestänges in sich zusammenfällt.

Hier kommen dann Bohrungen zum Einsatz, die allerdings wohl dosiert ausgeführt werden müssen, weil damit eine deutliche Kostensteigerung verbunden ist.

Insbesondere auf versiegelungsfreien, weitläufigen Flächen arbeitet man auch gerne mit Baggerschürfen. Je nach Größe des Baggers sind die üblicherweise OLYMPUS DIGITAL CAMERAerforderlichen Erkundungstiefen zwischen einem und fünf Meter mühelos zu packen. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Arbeiten äußerst schnell ausgeführt werden können, so dass selbst auf großen Arealen innerhalb eines Tages bereits eine Geländebefund vorliegt. Außerdem liefern die Aufschlusspunkte einen sehr umfassenden Einblick und lassen häufig die Schichtlagerungen, Mächtigkeiten und ggf. sogar die Beschaffenheit des obersten Grundwasserhorizontes erkennen. Das Anlegen von Schürfgruben ist vor allen Dingen für mittelständische Betriebe interessant, weil viele Baufirmen, Garten- und Landschaftsbauer, Recyclingunternehmen, Container- und Abschleppdienste und selbst kommunale Betrieb wie Kläranlagen etc. entweder selbst über Bagger und seien es auch nur Minibagger verfügen oder Geschäftsbeziehungen zu Partnerunternehmen pflegen, über die ein solches Aufschlussgerät kostengünstig und zeitnah besorgt werden kann.